Unsere Hebammenfortbildungen

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29.1.2014

Morgen ist wieder eine Fortbildung für die Hebammen. Ich bin vorher immer etwas aufgeregt, es fällt mir nicht ganz leicht, ich weiß nie so richtig, auf welchen Kenntnissen ich aufbauen kann… Auch schwierig, dass sie berichtet haben, dass sich z.B. die Frauen nicht untersuchen lassen, und es vieles gibt, das von den Frauen – bzw. der Familie der Gebärenden – nicht akzeptiert wird. Wenn irgendwas nicht vorangeht bei den Geburten bin ich ja z.B. gewöhnt, den Muttermund zu ertasten und die Kindslage festzustellen um dann zu überlegen was sinnvoll sein könnte… Vieles von dem was ich in meiner Hebammenarbeit als sinnvoll oder wichtig empfinde habe macht gar keinen Sinn zu vermitteln, wenn sie es ja dann doch nicht anwenden (können)???  Ich habe allerdings den Verdacht, dass sie vieles nie probiert haben, weil sie davon ausgehen, dass es nicht geht und die Frauen nicht mitmachen werden. Deshalb werden wir mit ein paar Selbsterfahrungen anfangen, durch die (so hoffe ich…) klar wird, dass wir uns die Realität in großem Masse selber erschaffen. Mal sehn. Ich bin gespannt.

Es ist eine Gradwanderung: ab wann beginnt man, das eurozentristische Zepter zu schwingen und andere  zu unserer Wahrheit bekehren… Ich merke, dass es mir manchmal doch schwerfällt, Bedingungen zu akzeptieren, die meiner Meinung nach verbessert werden könnten (müssten…) Interessante Erfahrung, mich dann doch plötzlich ganz schnell in einer Rolle zu fühlen, die ich eigentlich verabscheue: die Besser-Wisserin…

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19.2.2014

Die heutige Hebammenfortbildung war sehr schön, wenn auch schlecht besucht, von den Dorfhebammen kam nämlich nur eine, eine andere war krank, die dritte hatte zu viel Arbeit und Elena, die 16 jährige, ist von zuhause weggelaufen und hat sich in San Cris als muchacha (Hausmädchen) verdingt… sie ist die Schwägerin von Luisa, der Hebamme die gekommen war. Natürlich war ich neugierig zu erfahren wieso!

Es war ersichtlich, dass Luisa kein besonders großes Mitteilungsbedürfnis darüber hatte… Schließlich erzählte sie dann aber doch, dass Elena die Nase voll davon hatte, sich von ihrem Vater (einem traditionellen Heiler und Geburtshelfer) herumkommandieren und vorschreiben zu lassen wann sie das Haus verlassen darf. Sie verschwand und ließ nur die Nachricht zurück, dass sie ihr Leben selbst bestimmen will und Hebamme auf dem Dorf – so wie ihr Vater es bestimmt hatte – davon will sie nichts mehr wissen. Die Familie war schockiert, wie gesagt ist es auf den Dörfern nicht üblich, dass sich Mädchen und Frauen auflehnen… „Oh, ein Akt der Emanzipation!“ sagte ich. „Dann hat Dein autoritärer Schwiegervater seiner Tochter ja scheinbar doch einiges Selbstvertrauen vermittelt!“ Bei allem Zweifel ob das Leben als muchacha wirklich einen Fortschritt bedeutet bin ich doch hoffnungsvoll. Ich hatte Elena ja kennengelernt und gleich gemerkt, dass sie ein helles Köpfchen und eine starke Persönlichkeit besitzt. Luisa konnte meine Begeisterung nicht so wirklich teilen…

Das Thema des Seminares war „Blutungen nach der Geburt“. Ich hatte alle möglichen lustigen Modelle gebastelt, z.B eine Hose mit Genitalienattrappe, durch die die Puppe geboren werden kann, die ich in Nicaragua gekauft hatte und sogar „Blut“ hergestellt, aus Hibiscustee und etwas Gelatine. Außerdem hatte ich Emma rekrutiert damit sie alles an die Tafel schreibt und ich mich besser konzentrieren kann

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und Annika, die Voluntärin vom Welthaus Bielefeld, musste die Hose tragen und sich katheterisieren lassen und wegen hohem Blutverlust halb in Ohnmacht fallen, es war also alles ziemlich echt

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BildLuisa erzählte was sie auf dem Dorf macht wenn eine Frau blutet. Es war sehr interessant; wenn z.B. die Placenta noch nicht geboren ist muss die Frau stark konzentriertes Salzwasser trinken oder ihr wird eine Haarsträhne in den Rachen gesteckt, dann übergibt sich die Frau (dabei entsteht großer Druck nach unten) und die Placenta wird geboren (wenn sie schon gelöst ist). Sie benutzen auch Oxytocin-Injektionen um Kontraktionen anzuregen. Wenn das nicht klappt, lösen sie die Placenta mit der Hand und die Frau erhält Antibiotika. Luisa erzählte, dass die traditionellen Hebammen, auch wenn es nicht blutet, nur ganz kurze Zeit, etwa 10 Minuten auf die Plazentageburt warten. Danach wird die Plazenta mit der Hand gelöst. Wir erzählten ihr, dass es unserer Erfahrung nach oft länger dauert und trotzdem die Plazenta gut geboren wird.

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Es gibt verschiedene Tees aus Heilpflanzen, die bei großem Blutverlust getrunken werden und Luisa hat immer Zucker und Salz dabei um eine Lösung herzustellen die die Frau dann trinken muss. (8 EL Zucker und 1 EL Salz auf 1 l Wasser)

Luisa ist eine Frau, die mit großem Verantwortungsgefühl arbeitet. Was sie weiß hat sie zum größten Teil von ihrem Schwiegervater und durch die Erfahrung gelernt und auch durch den Austausch mit anderen Hebammen. Sie erzählte aber auch, dass es Zwist, Neid und Konkurrenzängste unter den Hebammen gibt, dass es Hebammen gibt, die sich schlecht um die Frauen kümmern und dass viele Oxytocin spritzen – die Frauen selbst sind schon daran gewöhnt und sie wünschen diese „Medizin die die Geburt beschleunigt“, Luisa erklärt den Frauen warum sie kein Oxytocin benutzt und oft suchen sich Frauen deshalb eine andere Hebamme. Wenn die Geburt vorbei ist, kommen viele Hebammen nicht nochmals zu der Frau – und die Frauen wünschen das oft auch gar nicht. Luisa besucht die Mütter noch ein zweimal, aber manchmal wird sie nur ungern eingelassen.

Was mich sehr berührt hat: Luisa erzählte, sie hat jetzt 8 Geburten in Aussicht. Nachdem sie Ende letzten Jahres kaum Anfragen hatte und am Zweifeln war, meinte sie, dass sie sich durch unsere Treffen bestärkt fühlt, dass sie glaubt, deshalb kommen jetzt auch wieder mehr Frauen. Und sie erzählte, dass sie letzte Woche in einem Dorf einer jungen Frau bei der Geburt geholfen hat und diese hat NICHT im Knien geboren, und sich NICHT geweigert Luisa nach der Geburt schauen zu lassen ob irgendwas verletzt ist. (Die Hebammen hatten ja erzählt, dass es in den comunidades undenkbar sei dass eine Frau sich während der Geburt hinlegt und mal ausruht, dass sie sich weigern sich untersuchen zu lassen wenn es nötig ist oder irgendeine andere Position einzunehmen als das Knien. Im letzten Seminar hatte ich den Hauptteil der Zeit darauf verwendet darüber zu arbeiten, wie wir selbst das was passiert – oder auch nicht – mit unseren (un)bewussten Erwartungen, unserem Handeln oder auch Abwarten erschaffen. Und ich war so frustriert gewesen, dass dies so ausgeufert ist und ich nicht mehr „zum eigentlichen Thema“ kam…)

Jedenfalls hat mir das wieder Mut gemacht und gezeigt, dass ich vielleicht doch nicht so völlig daneben liege. Ich war auch etwas beschämt darüber, dass ich so schnell zweifele wenn sich der „Erfolg“ nicht sofort – für mich sichtbar – zeigt.

12.3.2014

Das Thema der heutigen Fortbildung war: die Ausrüstung für eine Hausgeburt.

Im Hogar arbeiten wir auf einem extrem hohen Standard (vergleichbar mit einer Hausgeburt in Deutschland). Es gibt ein Bett und sogar eine Badewanne, elektrisches Licht, einen Pezziball und ein Tuch das an der Decke hängt. Es gibt einen Steri, Instrumente, Spritzen und Infusionsbesteck, eine starke Lampe und ein Sauerstoffgerät! Das alles ist in den comunidades natürlich undenkbar!

Die Hebammen vom Dorf nehmen zur Geburt mit:

Ihre Tees, Salz, Zucker, sterile Handschuhe, sterile Rasierklinge, steriles Nabelbändchen, eine Taschenlampe, 2 Spritzen und Kanülen, Oxytocinampullen, was zu essen und zu trinken, denn nicht immer ist die Familie so reich oder so freundlich, ihnen etwas anzubieten.

Die Ausrüstung die ich zusammengestellt hatte seht Ihr auf dem Foto:

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Dabei sind auch Instrumente zum Versorgen eines Dammrisses, eine Waage und Schreibzeug.

In den Dörfern wird das Kind nicht gewogen.

Es wird nicht geschaut, ob etwas gerissen ist und dementsprechend auch nicht genäht. Die Hebammen empfehlen den Frauen Sitzbäder und Liegen. Die Realität ist aber, dass sie sofort wieder arbeiten und sich nicht schonen können. Ich fragte nach Problemen wie Harnhaltestörungen oder Gebärmuttervorfall. Immerhin haben ja die Frauen außer der schweren Arbeit auch oft 5-8 Kinder oder mehr geboren… Die Hebammen bestätigten, dass es all diese Probleme gibt, dass aber die Frauen darüber nicht in der Öffentlichkeit reden.

Luisa fragte mich um Rat, sie hatte kürzlich eine Frau in der Praxis, die vor 8 Jahren das letzte Kind geboren hatte und der die Gebärmutter aus der Scheide heraushing. Die Frau sagte, dass sie seit der letzten Geburt Beschwerden hat und sich diese jetzt aber so verstärken, dass sie es nicht mehr aushält und ein großes Problem für sie ist, dass sie Ärger mit ihrem Mann hat, weil es mit dem Sex nicht mehr funktioniert. Sie war schon bei mehreren traditionellen Heilern gewesen und hatte alle möglichen Behandlungen erhalten, bis dahin, dass man sie auf den Kopf gestellt und die Gebärmutter reponiert hatte, aber natürlich rutschte sie wieder heraus. Ich sagte Luisa, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass noch etwas anderes als eine Operation in Frage kommt. „Aber die Frau weigert sich zum Arzt zu gehen weil sie Angst hat.“ sagte Luisa, „sie will dass ich sie behandele, was soll ich da machen, sie war doch schon bei allen Heilern und niemand hatte Erfolg!“ Ich riet ihr, die Angst der Frau zu behandeln, damit sie irgendwann in der Lage ist Mut zu fassen um ins Krankenhaus zu gehen.

Aufgeschrieben wird während der Geburt in den Dörfern nichts. Viele traditionelle Hebammen sind Analphabetinnen. Die Hebammen die ich kenne können schreiben, ich erklärte ihnen deshalb, was ich alles aufschreibe und wie und warum.

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(Im Hogar ist es übrigens auch ein langfristiges Projekt von mir, eine übersichtliche Dokumentation einzuführen… es wird immer alles an verschiedenen Stellen in ewig langer Textform aufgeschrieben, wesentliches und unwesentliches… für mich sehr anstrengend…) Ich sagte ihnen z.B. auch, dass es bestimmt gut ist, wenn sie wirklich mal eine Frau ins Hospital bringen müssen, einen Zettel zu haben, auf dem alle Informationen draufstehen, z.B. ob schon Fruchtwasser abläuft, wann die Wehen begonnen haben und was schon gemacht wurde. „Dann sehen die Ärzte, dass ihr verantwortungsvoll arbeitet und sie werden Euch auch ernster nehmen.“ sagte ich… Es ist nämlich so, dass von Seiten der Ärzte den (traditionellen) Hebammen (andere gibt es aber sowieso verschwindend wenige und dann sind es Ausländerinnen) kaum Respekt entgegengebracht wird.

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Interessant fand ich zu erfahren, dass es in den Dörfern nicht üblich ist, Unterhosen, Damenbinden oder gar Tampons zu benutzen. Insofern natürlich ist es praktisch, dass die Frauen ihre traditionellen langen Röcke tragen… Natürlich gibt es auch Frauen, die sich wie Luisa oder Elena schon etwas von einigen Traditionen gelöst haben (und so z.B. auch ihr

Wissen mit mir austauschen und an schulmedizinischem Wissen interessiert sind) und sich auch nicht mehr ausschließlich in Tracht kleiden. Aber die meisten Dorffrauen von klitzekleinen Mädchen an sind ausschließlich traditionell gekleidet, während die Jungs in Hose und Hemd oder T-Shirt rumlaufen und auch die Männer viel seltener traditionelle Kleidung tragen, ausgenommen natürlich an Festtagen.

9.4.2014

Die Fortbildung heute hatte ich mit Bangen erwartet: wir hatten uns vorgenommen zu üben wie man Braunülen legt und ich hab ja schon immer Angst umzufallen wenn mir Blut abgenommen wird… Es ging aber super und alle waren erfolgreich. Für Luisa war es auch gar nichts Neues, sie hatte schon ab und an einen Tropf angelegt, gerade nach der letzten Geburt vor einer Woche, die 2 Tage gedauert hatte, ging es der Frau sehr schlecht und Luisa hatte ihr eine Infusion angehängt, woraufhin sie sich schnell erholte. Sie erzählte, dass die Frau sehr schlechte Venen hatte und sie die Braunüle deshalb in eine Krampfader am Bein gelegt hat.

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Es ist ganz sicher nicht so, dass alle traditionellen Hebammen mit solchen schulmedizinischen Methoden arbeiten. Leider erzählte mir Luisa auch heute wieder einige Geschichten von traditionellen Hebammen auf den Dörfern, die sehr desillusionierend sind… Es gibt eben auch unter den traditionellen HeilerInnen verantwortungslose Menschen…

Skurilerweise benutzen auch viele Coca-Cola als Allheilmittel, überhaupt ist gesunde Ernährung – unser zweites Fortbildungsthema heute – auf den Dörfern leider nicht selbstverständlich. Ich fragte, ob das an der Armut liegt, aber Luisa sagte, es ist eher schlechte Gewohnheit…

Beispielsweise: Viele Leute haben Hühner, sie verkaufen deren Eier auf dem Markt und kaufen sich dafür für dasselbe Geld Eier aus industriellen Hühnerfarmen, weil sie denken, dass die besser sind. Sie verkaufen ihren selbst angebauten Mais und kaufen sich dafür Maseca- Maismehl, das jeglichen Nährwert entbehrt. Coca-Cola wird in den Dörfern massenhaft getrunken, es ist sogar oft billiger als Wasser! (Gerdi sagte mir, dass die Cola in Mexico mehr Zucker enthält als in Deutschland!) Ich habe erfahren, dass in einem halben Liter Coca-Cola 13 Esslöffel Zucker enthalten sind!!! Ebenso in Fanta oder anderen „Erfrischungsgetränken“! Und die werden hier mit Vorliebe konsumiert, überhaupt sind die Menschen extrem zuckersüchtig, dementsprechend gibt es unglaublich viel Diabeteskranke. Luisas Schwiegervater, der traditioneller Heiler und Geburtshelfer ist und offenbar viele Erfahrungen und Kenntnisse hat ist auf der anderen Seite auch ein Beispiel für all diese Geschichten. Und er hat starke Diabetes.

Naja, ich erinnere mich an kettenrauchende Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern in Deutschland, vom Alkoholkonsum und anderen Geschichten mal ganz abgesehen, aber ich hatte die Hoffnung, dass spirituelle HeilerInnen irgendwie ein höheres Bewußtsein besitzen…Scheint aber auch nicht immer der Fall zu sein.

Ich wurde gefragt, was das Normalgewicht von Kindern ist und wir haben geübt den BMI von Kindern auszurechnen und den erhaltenen Wert dann mit den Normalwerten in der Tabelle zu vergleichen. Die indigenen Leute die in den Dörfern leben sind ja durchschnittlich sehr klein, auch die Kinder schätze ich meist jünger als sie sind. Ich habe aber beobachtet, dass indigene Kinder, die in ernährungsmäßig guten Verhältnissen aufwachsen, wie z.B. die Kinder von Mary Hernandez und Mary Perez viel grösser sind als ihre Altersgenossen aus den Dörfern, obwohl ihre Eltern klein sind. Ich vermute daher, dass die Körpergröße weniger genetisch angelegt als vielmehr von der (Fehl)Ernährung abhängig ist.

Ich beobachte schon die ganze Zeit die ich im Hogar arbeite, dass die Indigenas einen sehr einseitig ausgebildeten Geschmackssinn haben, ich musste an das deutsche Sprichwort denken: „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“ So ist es hier auch oft, bzw. essen sie es nur weil es eben sonst nix anderes gibt, könnten sie wählen, würden sie viele Gerichte gar nicht kochen. Aber im Hogar wird darauf geachtet, dass immer viel Gemüse und Obst auf den Tisch kommt.

Nach der Fortbildung unterhielt ich mich noch lange mit Luisa, ich erfuhr, dass die letzten Geburten alle in anderen Positionen stattgefunden haben als in der einzig traditionellen Haltung (kniend), dass sie letztens auf eine Plazenta fast eine halbe Stunde gewartet hat obwohl die Familie Stress gemacht hat sie soll die Plazenta jetzt rausholen… und diese dann gut und komplikationslos geboren wurde.

Sie erzählte mir, dass die Frau mit dem Gebärmuttervorfall schließlich ihre Angst überwunden hat und bereit war ins Krankenhaus zu gehen und sich operieren zu lassen und jetzt sehr zufrieden ist und keine Schmerzen mehr hat. Und sie erzählte auch alle möglichen Beispiele von Kolleginnen die Frauen mit Problemen nicht behandeln, aber auch nicht woanders hin schicken, sondern nur sagen, alles wird gut gehen. Es geht aber eben nicht alles gut. „Ich wollte sie überzeugen mit zu unseren Fortbildungen zu kommen, aber sie sagen, sie wissen das schon alles. Aber sie machen NICHTS mit den Frauen, ein paar Frauen sind dann zu mir gekommen, weil es ihnen schlecht geht, aber ich fühle mich auch schlecht, ich hab Angst, sie denken, ich nehme ihnen die Frauen weg. Ich verstehe auch nicht, wie sie sich ruhig fühlen können, ich mache mir immer viele Gedanken und fühle eine große Verantwortung, das ist manchmal sehr anstrengend. Mir würde es sehr schlecht gehen wenn einer Frau oder einem Kind was passiert, aber sie scheint das gar nicht zu interessieren.“

Tja, letztendlich, so sehr sich auch vieles von Deutschland unterscheidet, so viele ähnliche Themen gibt es dann doch…

 

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2 Antworten zu Unsere Hebammenfortbildungen

  1. Elisa schreibt:

    Deine Berichte sind richtig gut geschrieben.
    Das lesen ist sehr spannend und weckt Fernweh 🙂
    Ich lese sie immer während dem Stillen.
    Ich finde es echt klasse dass es einen Ort wie das hogar
    Gibt mit liebevollen Menschen die den Frauen helfen.
    Bekommen die Frauen während der Geburt
    Eigentlich Schmerzmittel? Es hört sich nämlich immer
    So an, als hätten sie kaum Schmerzen?!

    • hebammechiapas schreibt:

      Liebe Elisa, die Frauen spüren die Wehen natürlich hier genauso wie überall auf der Welt 😉 Und sie haben auch Schmerzen, da sie in vieler Hinsicht, auch sexuell, traumatisiert sind haben sie vermute ich sogar mehr Schmerzen. Nur der Umgang damit ist anders, sie äußern ihren Schmerz oft tatsächlich nicht so sichtbar für die Umwelt, sondern versuchen ihn in sich zu behalten, weil sie leider die Erfahrung haben, dass sie mißhandelt wurden wenn sie sich äußern. Darum , meiner Vermutung nach, dauern die Geburten auch – meist – sehr sehr lange, zumindest beim ersten Kind… Der Körper öffnet sich eben auch nicht so schnell, wenn die Frau sich emotional nicht öffnen kann…
      Schmerzmittel werden in der Hausgeburtshilfe nie gegeben, weil es sonst passieren könnte, dass die frau so betäubt ist, dass auch Schmerzen nicht mehr real wahrgenommen werden können, die eine Gefahr anzeigen. Wenn das passiert und ein Notfall einträte, könnte man zu Hause nichts mehr machen, zu gefährlich. Übrigens gibt es hier auch in den kliniken weder Schmerzmittel noch PDA, sie machen anstatt dann gleich Kaiserschnitt, sowieso meist „prophylaktisch“ oder aber wenn die Mutter so in Anst und Panik gerät, dass sie sich total verkrampft und das kind in Not gerät… – siehe den Artikel „Blutspenden…“ (Frauen werden hier ja im Kreißsaal nicht währen der Geburt betreut… :-((( )
      Liebe Grüsse von Christiane

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