Alles wie immer und doch neu – Ankunft in Zitim

IMG-1122. September 2017

Seit einer Woche bin ich nach 15 Monaten Abwesenheit wieder in Zitim, nachdem ich mit Andrés, der mich und meine 3 schweren Koffer in Cancún erwartet hatte, noch 10 Tage in Quitana Roo gereist war. Deshalb habe ich von den schweren Erdbeben die in Chiapas ihr Epizentrum hatten nichts gespürt, außer ein paarmal ein leichtes Zittern! Doch die Erzählungen meiner Freunde, die Risse in den großen Gebäuden der Stadt machen Angst. Fast alle Kirchen sind betroffen und können nicht mehr betreten werden, ebenso das gerade neu restaurierte Rathaus, während die kleinen Häuser und Hütten zum Glück nicht so sichtbare Schäden aufweisen. IMG_2

Es gibt immer noch Nachbeben. In San Cristóbal gehen mehrmals täglich die Sirenen los wenn wieder ein Beben kommt. Letztens war ich in der Stadt und es gab Alarm, die Leute reagieren aber überhaupt nicht mehr darauf. Hier im Wald gibt es natürlich keine Sirenen, wenn man grad draußen ist spürt man auch fast nie was. Manchmal erwache ich nachts weil es etwas vibriert, so als würde mein Bett in einem ICE durch die Gegend fahren.

In Zitim ist nichts kaputt gegangen, auch nicht die Wände des Klinikneubaus, die gerade neu errichtet waren. Es ist eine große Freude zu sehen, dass es sich gelohnt hat die vielen Benefize zu veranstalten. Das alte Klinikgebäude aus Holz wird jetzt durch ein festes Haus ersetzt und modernisiert. Es wird ein Sprechzimmer, eine Hebammenpraxis und einen Seminarraum geben, sowie ein eine kleine Apotheke und ein Bad. Geplant ist ein Bettenzimmer für Patienten die interniert werden müssen.

Die Spenden die ich im letzten Jahr in Deutschland und der Schweiz für die Klinik Zitim erhalten habe werden hier gut angelegt und ich danke an dieser Stelle nochmals jeder/m einzelnen die/der gespendet bzw. mich bei den Veranstaltungen unterstützt hat!!!

Am 13. September kamen wir von unserer letzten Station Palenque (etwa 220 km entfernt) nach 9-stündiger Fahrt morgens um 8 Uhr in San Cristóbal an. Die Familie war gekommen um uns abzuholen und die Wiedersehensfreude war groß! Die Kinder sind gewachsen, vor allem natürlich der kleine Enano der am 1. August schon seinen 2. Geburtstag hatte. Juana ist jetzt 9 und Leo wird im Oktober 13.IMG_6774

Alles war gleich wie immer und doch ganz neu, denn die Bauarbeiten sind schon in vollem Gange. Die Holzhütte die als Küche diente gibt es nicht mehr, sie wurde durch ein schönes Lehmhaus mit vielen liebevoll gestalteten Details ersetzt. Andrés, der sich der Tischlerei widmet hat Fenster, Türen und eine Vitrine gezimmert und ich habe ein Bett bekommen! Ein Lehmbackofen ist im Bau und es gibt ein Temazcal (Schwitzhütte) in dem wir schon einmal gebadet haben.

Ich bin immer wieder beeindruckt, wie die Familie mit einfachsten Mitteln und großer Tatkraft ihre Träume in die Realität umsetzt!

IMG_6732Nachdem wir auf der Reise so immense Hitze und Trockenheit hatten, dass man sogar nachts in der Hängematte ohne sich zuzudecken noch schwitzte, muss ich mich jetzt wieder an die Kälte und die vielen starken Regengüsse gewöhnen, deretwegen man dann sofort im Schlamm watet und nasse kalte Füße hat. Was anderes als Plastikschlappen oder Gummistiefel geht gar nicht. Und so hab ich mir schon die erste Erkältung eingefangen und leider auch Verdauungsprobleme…

Glücklicherweise kommt aber an den meisten Tagen die Sonne für mehrere Stunden wieder zum Vorschein und brennt dann mit solcher Intensität, dass alles schnell abtrocknet. An sonnenlosen Tagen ist es kalt und alles zieht Feuchtigkeit. Der Tag meiner Ankunft war ein solcher und das erste was ich tun musste, war alle Klamotten die ich besitze zu waschen und vom Schimmel zu befreien, denn während meiner Abwesenheit war alles klamm und feucht geworden. Das passiert immer schon schon nach ein oder 2 Tagen…

Ich muss zugeben, dass mich die Erinnerung an den letzten kalten grauen verregnet-schlammigen November den ich hier verbracht habe gerade noch etwas schreckt. Die Umstellung vom Berliner Stadtleben auf das in einer comunidad ist in vieler Hinsicht wieder eine Herausforderung…

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