Reisen in Guatemala – Flores / Tikal / Yaxhà


Nach einer relativ strapaziösen 9 stündigen Fahrt im bis auf den letzten Notsitz besetzten Touri-Kleinbus (kein Platz für lange Beine, auf kurvenreicher Bergfahrt kein Stopp für kotzende Fahrgäste die sich aus dem Fenster erleichtern mussten) war ich in Flores/Petén angekommen. Das auf eine kleine Insel im See Petén–Itzá gequetschte Städtchen machte auf dem ersten Blick einen ganz netten Eindruck – soweit man irgendwas schön finden kann bei Dauerregen … Dies bestätigte sich aber und am letzten Abend präsentierte sich Flores vom gegenüberliegendem Ufer aus im goldenen Abendlicht wie eine Fata Morgana!

Von Flores aus besuchte ich jeweils einen ganzen Tag zwei Highlights der Maya Baukunst: Tikal und die weniger bekannten Pyramiden von Yaxhà, beide wunderschön im Urwald gelegen. Nur etwa 10% der Bauwerke wurden freigelegt, alle andern sind vom Urwald überwuchert. Sie sehen aus wie Hügel und Berge, völlig bewachsen. Das erklärt, warum viele Maya-Städte erst so spät entdeckt wurden. Vermutlich gibt es noch tausende in den Regionen in denen die Maya siedelten von denen noch immer kein Mensch weiß.



Früh um 4 Uhr ging es los, um noch vor den Touristenströmen alles in Ruhe gesehen zu haben, außerdem sind beim Morgengrauen viele Tiere aktiv. Die Touren waren von Touristenführern geleitet die es verstanden auf amüsante Art unglaublich viel Informationen zu vermitteln, nicht nur über Geschichte und Baukunst der Maya, sondern auch über die Tier- und Pflanzenwelt der Selva. Sie schafften es sogar einen jungen Mann mit Spinnenphobie dazu zu veranlassen eine Tarantel in die Hand zu nehmen. Einen ziemlich großen Skorpion wollte aber niemand anfassen.



Wir sahen und hörten viele Affen die hoch oben in den Bäumen leben und nie den Erdboden berühren. Ihr Gebrüll ist unglaublich, wenn ich nicht gewusst hätte dass es Affen sind hätte ich es eher einem Jaguar zugeschrieben! Die Führer wiesen uns an, möglichst still zu sein, da sie einen Tag vorher einen Jaguar gesichtet hatten – was extrem selten sei – und nun darauf hofften diesem wieder zu begegnen. Der Jaguar zeigte sich aber nicht. Ein Führer war leidenschaftlicher Ornithologe und zeigte uns viele Vögel, u.a. Tukane.
Was mich beeindruckte ist die Theorie die uns zur Frage warum die Maya ihre hoch entwickelten Städte verließen angeboten wurde: vermutlich produzierten sie Klimaveränderungen weil sie in riesigen Ausmaßen den Urwald rodeten und dies führte zu extremen Trockenperioden und damit zum Wassermangel! Warum taten sie das??: Die riesigen Pyramiden sind aus massivem Kalkstein und um die Bauten stabil zu machen brauchte man eine Art Zement für den Kalk gebrannt wurde. Soweit ich mich erinnere braucht man für einen Teil Kalk die siebenfache Menge an Feuerholz! Also wurde der Wald gerodet. Der Kommentar des Touristenführers: Nicht die Spanier haben die Mayakultur zerstört, sondern bereits hunderte Jahre vorher haben sie sich sozusagen selbst das Wasser abgegraben!
Óscar der als Anthropologe arbeitet ist allerdings skeptisch und sagte mir, dass es verschiedene Theorien gäbe, letztendlich aber keine wirklich sicher belegt werden kann.

In der Geschichte gab es ständige Kriege zwischen den einzelnen Maya-Völkern. Die aus ihrem Glauben wurzelnden Zeremonien der Maya sind aus heutiger Sicht sehr grausam (Menschenopfer). Sie waren eine Hochkultur mit komplexem Wissen in Astronomie, Mathematik, Architektur und Baukunst. Ihre Gesellschaft war stark hierarchisch strukturiert.
Das Abschluss – Resumee des Führers: trotz ihres hohen Entwicklungsstandes haben die Maya dieselben Fehler gemacht wie die Menschheit heute!
Auch im Umkehrschluss eine frustrierende Erkenntnis!

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Eine Antwort zu Reisen in Guatemala – Flores / Tikal / Yaxhà

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