Costa Rica – Natur und Landschaft

Costa Rica ist ein faszinierendes Land. Auf kleinstem Raum (51.100km2 ) gibt es ganz verschiedene Landschaften und klimatische Bedingungen. Das liegt daran, dass in der Mitte ein Gebirge – die Cordilleren – dem Wind den Weg versperrt und die karibische von der Pazifik-Seite trennt.
Wir waren erst auf der Karibikseite – dort endet grade der Winter = es ist heiß und regnet noch recht viel. Im Gebirge auf ca. 1300m war es angenehm frisch und grün. Nachdem wir den höchsten Kamm überquert hatten und auf der Pazifikseite wieder runter fuhren begann die Sonne sofort derartig vom Himmel zu brennen, dass alles vertrocknet erscheint. Hier geht jetzt der Sommer = Trockenzeit zu Ende. Zwei Jahreszeiten in einer Entfernung von grade mal um die 100 Kilometer! Außerdem gibt es noch Gegenden in denen ein Mikroklima herrscht. Frühling und Herbst existieren nicht.

Costa Rica hat unheimlich viele Naturschutzgebiete mit reicher Pflanzen- und Tierwelt die sich mit (Kultur)Landschaft abwechseln. 40 Prozent des gesamten Landes steht unter Naturschutz: 25 Prozent sind staatliche Nationalparks, der andere Teil private Reservate, die ebenso besucht werden können.
In den Nationalparks und Reservaten gibt es noch einen guten Teil echten, also unberührten Urwald (Primärwald). Im restlichen geschützten Gelände hat der „Sekundärwald“ in den letzten ca. 40-50 Jahren die zuvor von Menschen gerodeten Flächen wieder überwuchert. Diese Bäume sind auch schon sehr hoch, weil durch die Hitze und den vielen Regen alles wächst wie verrückt. Der Sekundärwald ist nur mit Machete zu durchdringen, während der Primärwald recht gut begehbar ist, weil das Blätterdach der viiiel höheren alten Bäume soviel Schatten wirft, dass unten aus Lichtmangel nicht mehr sehr viele Pflanzen nachwachsen können.

Trotz der ganz anderen klimatischen Bedingungen ist die Kulturlandschaft hier im Flachland ähnlich wie zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin-Brandenburg, in den Bergen wie in Süddeutschland, Österreich, der Schweiz oder anderswo, irgendwo… Sobald man aber nur einen einzigen Meter in den Urwald hineintritt ist man in einer völlig anderen Welt!

Die Landschaft ist schön anzusehen, mit Weiden auf denen Kühe stehen, endlosen Bananen-, Ananas-, Palmen-, Yucca- oder Zuckerrohr-Plantagen – ebenso wie mir in Deutschland der Blick über weite Felder gefällt. Dennoch, den krassen Unterschied zwischen von Menschen gestalteter Landschaft und unberührter Natur so deutlich zu erleben schockiert mich richtig!


Ich wusste schon, dass ich in Deutschland in einer 100%ig unnatürlichen Umwelt (im Sinne von gestalteter Landschaft) aufgewachsen bin. Es gibt keine Natur mehr, nur noch Landschaft. In Deutschland existiert kein einziger Urwald im Sinne von Primärwald! Das hatte mich bisher nie sonderlich traurig gestimmt, jetzt aber schon… Ich denke an den Freund der neulich eine Visionsreise unter Einnahme von Bewusstseinserweiternden Pflanzen gemacht hatte. Um jeden Baum, jedes Tier und jeden Menschen dem es schlecht geht hatte er geweint, weil er sich mit allem eins und verbunden fühlte. Mir geht es momentan ähnlich, ich kann bei aller Ästhetik eines Raps- oder Ananasfeldes die „Kultur“Landschaft gerade nicht so uneingeschränkt genießen… Ich hätte auch gerne den deutschen Urwald erlebt.

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Eine Antwort zu Costa Rica – Natur und Landschaft

  1. Pingback: Costa Rica – Cahuita – ein paar Anmerkungen | Susanne Meitz in Mexiko

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