Argentinien – Iruya und San Isidro – hinter mehr als 7 Bergen …

Eine Fahrt nach Iruya ist durchaus ein Abenteuer. Das abgeschiedene Dörfchen Iruya liegt in einen Tal auf 2700 m hinter mehr als 7 Bergen in der Provinz Salta, ist jedoch nur von der Quebrada de Humahuaca aus zu erreichen. Von der Hauptstraße die Richtung Bolivien führt zweigt man auf einen Schotterweg ab, der sich durch Mondlandschaft schlängelt, Flüsse quert und bedenklich spitze Kurven Haarscharf am Abgrund aufweist. „Jetzt nur keine Reifenpanne“ denke ich – wegen der Kälte. Auf Wasserpfützen ist Eis zu sehen und wir Fahrgäste sitzen dick eingemummt im zugigen Bus, der diesmal weder klimatisiert ist noch Bildschirme besitzt auf denen Actionfilme laufen. Ich hoffe, dass der Fahrer nicht zum ersten mal diese Reise macht und dass die Bremsen nicht versagen. Bei Pinkelpausen beobachte ich, dass er immer prüfend an den Reifen schnüffelt.
Obwohl ich bezweifele, dass Gott sich für die Geistesgegenwart des Fahrers und den Zustand der Bremsen verantwortlich fühlt, beginne ich gewisses Verständnis für Menschen zu entwickeln die sich vor Fahrtantritt bekreuzigen. Der freundliche Fahrer scheint zu wissen was er tut, seit 4 Jahren fährt er fast täglich diese Strecke – hin und zurück! Ich gebe mein Leben vertrauensvoll in seine Hand und kann die Fahrt genießen.

Der Fahrer lässt uns, die touristischen Fahrgäste (die Einheimischen schlafen!) abwechselnd an der Frontscheibe platzieren, wo man in jeder Kurve über dem Abgrund hängt und freut sich, dass wir seine Fahrkunst bewundern. „Bleib hier, gleich kommt noch eine scharfe Kurve!“ ruft er jedes mal begeistert wenn man Anstalten macht auf seinen Platz zurückkehren. Es geht stetig aufwärts. Ich packe mal wieder meine Cocablätter aus… Auf dem Gipfelpunkt unserer Fahrt, auf 4000m hält er sogar und lässt uns der Aussicht wegen aussteigen und Fotos machen. Mittlerweile sind wir – drei allein reisende Frauen und ich gute Freundinnen des Busfahrers! Hier oben verlassen wir die Provinz Jujuy und fahren viele Haarnadelkurven abwärts bis hinunter nach Iruya, das auf etwa 2700 Höhenmetern liegt. Ein Dorf mit einer magischen Ausstrahlung, in einer ziemlich engen Schlucht gelegen.

Von Iruya aus kann man mehrere Wanderungen unternehmen, ich habe zwei davon gemacht. Einen Aufstieg auf einen Berg von dem aus ich Kondore sah und eine Tageswanderung im Flussbett, hinauf zu einem noch abgelegeneren Dorf, während der ich mir genau 24 mal die Schuhe ausziehen musste um den Fluss zu durchwaten. Weil einem dadurch immer eine kleine Verschnaufpause beschert wird, ist die Wanderung trotz der Höhe gar nicht besonders anstrengend.

 

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