Bienvendo en México!

Ein Jahr und 7 Monate ist es her, dass ich Mexiko verlassen hatte und am 23. September bin ich endlich zurückgekehrt. Mein Gepäck blieb auf der Strecke, daher war ich gezwungen 3 Tage in Cancún, dem Ferienparadies der Pauschaltouristen die Zeit zu vertreiben.

Ich hatte ein Appartement gebucht, nicht am Strand, sondern in einer Wohngegend abseits des Zentrums, bei einer sehr netten Familie. Bald saß ich mit im Wohnzimmer und nahm an den Familienessen teil.

Zu meinem Erstaunen gab es im Viertel nicht ein einziges kleines Lädchen. Die nächste Möglichkeit mir eine mexikanische Telefonkarte zu kaufen und Geld abzuheben sei die „Gran Plaza“, die sich nicht etwa als Marktplatz sondern als riesiges Einkaufszentrum entpuppte… Tatsächlich habe ich dort mein erstes Mexikanisches Essen genossen: Huarache de nopal („Kaktus-Schlappen“ – eine Tortilla in Form einer Schuhsohle, mit Käse, einem Kaktus-Blatt und Salsas). Das Einkaufszentrum-Restaurant war super, man wird platziert, hat einen seeehr höflichen persönlichen Kellner mit Haarnetz der sich mit Namen vorstellt, die Speisekarte erläutert und alles ist wirklich perfekt. So eine Bedienung erlebt man in Deutschland nie – oder sicherlich in Lokalen der absolut gehobenen Preisklasse, aber da esse ich nicht… Nicht nur in Mexiko, sondern überhaupt in Lateinamerika kann man oft, sogar in sehr einfachen Lokalen, einen extrem hohen Standard in der Dienstleistung erleben.

Mir kommt alles bekannt und vertraut vor; die Geräusche und Gerüche, das Pladdern des Starkregens auf dem Dach, die schwarzen schlanken Vögel die so schrill schreien, die Leute mit ihrer „mexikanischen“ Physiognomie und ihrem typischen Akzent. Auch viele aus Chiapas leben und arbeiten hier, die kenne ich schon raus, weil sie wieder etwas anders aussehen als die Leute hier an der Karibikküste.

Plötzlich hab ich wieder die Pin meiner DKB Kreditkarte im Kopf die ich in Deutschland nie benutze – und die Pin der deutschen ec-Karte ist prompt ins Nirwana des Unterbewusstseins abgetaucht!

Und beim Einkaufen all die Designs der vertrauten Produkte die ich schon vergessen glaubte.

Ich habe auch Neuigkeiten entdeckt: einige ÖKO- Kassen: dort werden keine Plastiktüten verteilt sondern man muss seinen Beutel selbst mitbringen! Ich stand mit meinem Stoffbeutel an der Nebenkasse – und wurde von der Einpackerin (an jeder Kasse steht eine Person die gegen Trinkgeld Einkäufe einpackt, oft sind dies Kinder die etwas zuverdienen müssen) gefragt, ob ich meine Einkäufe noch extra in Plastiktüten haben wolle… – dennoch, mexikanische Freunde die gerade ein Jahr in Berlin gelebt haben bestätigen, dass in Deutschland viel mehr Plastikmüll anfällt als in Mexiko.

Es fühlt sich nicht wie Wiederkommen an, sondern es ist ein Nach-Hause-Kommen in meine Wahlheimat Mexiko.

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