Mexiko City – Abenteuer Metro

Das Liniennetz der Metro ist recht überschaubar und wird durch Schnellbusse komplettiert die sich auf reservierten Fahrspuren am Stau vorbei bewegen. Daneben gibt es natürlich noch Tausende Colectivos die sich auf festen, jedoch nirgendwo dokumentierten Routen durch die Stadt bewegen.

Die Metro ist die schnellste und preiswerteste Variante um größere Distanzen zu überwinden. Eine Fahrt kostet knapp 30 Cent. Am praktischsten ist es eine Chipkarte zu kaufen, die sich immer wieder aufladen lässt. Mit der Karte passiert man das Drehkreuz am Eingang und kann dann beliebig lange in alle Richtungen fahren.

Der öffentliche Raum vieler Metrostationen wird kaum zu Werbezwecken sondern viel mehr als Ausstellungsfläche für Gegenwartskunst genutzt.

Die Bahnsteige sind unterteilt in abwechselnde Ein- und Aussteigezonen an denen sich die Leute diszipliniert ordentlich aufstellen. Korrekt mit der Tür genau vorm Aussteigebereich hält die Bahn. So haben alle Platz auszusteigen und das Einsteigen danach geht schnell. Muss es auch, denn nach ein paar Sekunden ertönt ein Pfeifton und die Türen schließen sich automatisch, kein „Zurückbleiben bitte!“.

Jede Station hat ein eigenes Symbol, so können sich Analphabeten und Ortsfremde besser orientieren.

Auf dem Bahnsteig ist eine Zone für Frauen und Kinder unter 12 Jahren reserviert. Hintergrund ist, dass es in der vollgestopften Metro oft zu sexuellen Übergriffen kommt. Es gibt einen extra Ausdruck für das Reiben des männlichen Geschlechtsteils an Frauen im Gedränge! Überall sieht man Plakate: „Alle zusammen machen wir Schluss mit der Gewalt gegen Frauen!“ „Respektiere die Frauenbereiche!“ „Neun von zehn Frauen wurden letztes Jahr Opfer von Gewalt in den Transportmitteln!“

Luis erzählte, dass deshalb die Präsens des Sicherheitspersonals extrem verstärkt wurde. Es sind wirklich in jeder Metrostation Uniformierte zu sehen die auf Einhaltung der Regeln achten. Ich beobachtete wie ein vornehm aussehender älterer Herr der mit Zigarette die Treppe zur Metro runter ging von der Transportpolizei sofort raus befördert wurde. Obdachlose werden hier zum Schlafen nicht geduldet. Es ist viel Reinigungspersonal unterwegs und es stinkt nicht nach Pisse.

Obwohl auch dies verboten ist zwängen sich viele Verkäufer durch die Züge, um allen möglichen Kleinkram zu verkaufen; Haarspangen, Minikopfhörer, Halsbonbons und Kaugummis, selbst gebrannte CD´s mit angesagter Musik die zu Werbezwecken lautstark angespielt wird und vieles mehr. Die originellste Handelsware verkaufte eine junge Frau mit einem Neugeborenen im Tragetuch: zusammen-steckbare Dinosaurier aus Sperrholz.

Die Metros der neueren Linien sind sehr modern, es gibt klassische Musik im Zug und auf den Bahnhöfen.

Zu den Hauptverkehrszeiten drängen sich Menschenmassen in der Metro, besonders die Linie 3 ist Personen die unter mangelndem Körperkontakt leiden sehr zu empfehlen…

Ich fuhr täglich mit der Metro und hatte den Eindruck die einzige offensichtliche Fremde zu sein die sich hier in öffentlichen Transportmitteln fortbewegt.

Besonders interessant fand ich, dass viele Frauen sich in der vollgestopften Metro zu jeder Tageszeit ungeniert schminken. Ich selbst verfüge nicht mal über das dafür erforderliche Basiswissen und mir war gar nicht klar, dass so ein Schminkprozess derartig komplex und zeitraubend ist!

Da wird in aller Seelenruhe Make up, Rouge und Lidschatten aufgetragen, mit diversen Pasten, Pudern und Stiften Pickel und Augenringe abgedeckt und was weiß ich welche optischen Effekte erzeugt. Lippenkonturen werden korrigiert und mit Lippenstift ausgemalt. Ich staunte als eine Frau einen Löffel aus der Tasche kramte und sich damit die Wimperntusche von gestern herunter schabte, die Wimpern nach oben bog und dann neue Tusche auftrug. Offensichtlich eine verbreitete Technik, denn ich sah es danach öfter. So lange Strecken ich auch fuhr, ich habe es nie geschafft, eine Frau vor und nach getaner Arbeit zu sehen. Es scheint auch nicht peinlich zu sein mit halb fertiger Maskerade auszusteigen. Ich frage mich nur wo sie ihr Gesicht fertig stellen, denn auf der Straße sieht man so was nicht.

Leider kann man von solchen Szenen schwer Fotos machen, was ich wirklich sehr bedauere!



Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s