Wo verbringe ich meine Quarantäne?… – Wie das Coronavirus meine Reisepläne infizierte

Das Coronavirus kennt keine Grenzen und kümmert sich nicht um Ein- und Ausreise Bestimmungen. Auf unserer Guatemalareise haben wir erst etwas verzögert realisiert, welch weitreichende Konsequenzen diese Corona-Geschichte hat. Ich verschickte vor 3 Wochen noch Fotos mit dem mexikanischen Bier „Corona“ in der Hand… SALUD!
Vor 10 Tagen hat Guatemala die Grenzen geschlossen. Wir waren eh auf der Rückreise, aber ich bekam Angst, denn es wurde gemunkelt, sie lassen Deutsche nicht mehr nach Mexiko einreisen! Máximo hatte seinen argentinischen Pass mit und würde rüberkommen. Zum Glück gab es überhaupt keine Probleme mit der Einreise. Auf guatemaltekischer Seite wurde unsere Temperatur überprüft, die Grenzbeamten trugen Masken. In Mexiko belästigte uns der gelangweilte Grenzer nicht mal mit Fragen nach unserer Befindlichkeit…
Ich war glücklich, nach Mexiko rein gekommen zu sein!!! Mein Haus hatte ich zwar zum 31.3. gekündigt, da ich ja ab April auf Reisen sein wollte, eine Freundin hatte mir aber schon angeboten, mich bei ihr einzumieten, so schien alles geregelt. Die Reisepläne hatte ich zu diesem Zeitpunkt (15.3.) schon begraben…
Erst in San Cristóbal erreichten mich in Masse die Nachrichten darüber, dass ein Land nach dem anderen die Grenzen schließt und immer mehr Flüge gecancelt werden. Mehrmals wurde mir eindringlich geraten so schnell wie möglich zurück nach Deutschland zu fliegen.

Ich verbrachte 2 äußerst ungemütliche Tage mit dem Versuch, eine richtige Entscheidung zu treffen, kam aber zu keinem Entschluss, vermutlich deshalb, weil ich emotional noch gar nicht bereit war an eine Rückkehr zu denken.

Ich besitze ein Pendel, das ich äußerst selten benutze – nicht um „die universelle Wahrheit“ herauszufinden, wohl aber, um meine eigene unbewusste Überzeugung sichtbar zu machen. Ich beschloss, das Pendel einzusetzen. Es zeigte sich, dass mein Verstand signalisierte, die vorzeitige Abreise sei der passende Weg für mich – nicht so sehr meiner Gesundheit und der geschädigten Lungen wegen, sondern unter Einbeziehung meiner gesamten Lebenssituation und der gegenwärtigen äußeren Umstände. Ich pendelte mehrmals, doch es kam immer aufs selbe heraus. Frustriert über das Ergebnis setzte ich mich in den Garten und in dieser Stimmung klingelte das Telefon. Es war die Freundin, mit der zusammen ich dieses Pendel gekauft hatte. Ich erzählte von meinen Entscheidungsschwierigkeiten und erwähnte auch, dass ich mit unbefriedigendem Ergebnis gependelt hatte. Meine Freundin stellte fest, dass ich ja nun wisse, was die sinnvollste Entscheidung sei, aber mein Herz wohl boykottiert, weil es an Mexiko hängt… Ich hörte mir das an, plötzlich wurde mir bewusst, dass es sich um den Abschiedsschmerz handelte und dass ich um diesen sowieso nicht herum kommen würde, ob jetzt oder später… Immerhin handelt es sich nur um eine Verkürzung von zweieinhalb Monaten, in denen ich eh´ hatte herumreisen wollen und dafür ist jetzt definitiv nicht der richtige Zeitpunkt. Ich buchte einen Rückflug für den 25.3. Mein Kopf hatte gesiegt. Leichter wurde mir davon nicht ums Herz. Wie jedes Jahr beim Abschied nehmen von meinen Leuten hier in Mexiko flossen Tränen…



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