Mexiko/Chiapas – Yaxchilán und Bonampak – verwunschene Mayastädte im Lacandonenwald

Von Guatemala gingen wir über die Grenze La técnica /Frontera Corozal nach Mexiko zurück. Besser gesagt wir setzten mit dem Boot über, denn die Grenze bildet der Fluss Usumacinta. Eine sehr abgeschiedene Gegend mitten im Urwald nahe der berühmten Mayastätten Yaxchilán und Bonampak. Schon jahrelang wollte ich hierher, aber weil die Region so schwer zu erreichen ist hatte ich es bisher nicht geschafft.

Yaxchilán erreicht man vom Grenzübergang aus mit einer 40 minütigen Bootsfahrt auf dem Fluss Usumacinta, einen anderen Weg gibt es nicht. Das Boot teilten wir uns mit einer 7 köpfigen Familie aus Mexiko City, die die Schließung der (Privat)schule wegen des Coronavirus nutzte um in den Urlaub zu fahren. (Die staatlichen Schulen hatten zu diesem Zeitpunkt noch Unterricht und der Präsident verteilte noch Küsschen vor laufender Kamera …)

Am Ufer sahen wir Krokodile von beachtlicher Grösse, ich schätze so 3-4 Meter lang. Wir versuchten uns mit dem Boot langsam zu nähern, aber die Tiere sind scheu und ließen sich ins Wasser gleiten sobald sie uns wahrnahmen. Angeblich soll es keine Unfälle mit Krokodilen hier geben. Tatsächlich sahen wir hin und wieder Leute am Flussufer sich selbst und ihre Wäsche waschen.


Eine mystische Stimmung herrscht im Urwald der Yaxchilán umgibt. Eine Freundin sagte, sie fühlte sich an asiatische Tempelanlagen erinnert. Und wirklich, ich kann das bestätigen, eine ähnliche Stimmung und Licht habe ich aus Bali und Lombok in Erinnerung. Außer uns war niemand an den Pyramiden, nur Affen tummelten sich in den Bäumen. Ich habe schon viele Maya-Städte besucht und muss sagen, dass in Yaxchilán eine besondere geheimnisvolle Atmosphäre herrscht. Die Stadt liegt in einer Fluss-Schleife und ist somit an drei Seiten von Wasser umgeben. In Wikipedia lese ich, dass Yaxchilán durch den geplanten Bau eines Staudammes bedroht ist!!!

Eine Nacht schliefen wir als fast einzige Gäste im Grenzdörfchen Frontera Corozal. Die Palmblatt-gedeckten Holzhäuser stehen in einer schönen, erstaunlich luxeriösen Hotelanlage, aber in der Nacht wird man dran erinnert wo man sich befindet: im Urwald! Mehrmals wurden wir vom tierischen Gebrüll eines Affen wach, der direkt neben unserem Bett zu sitzen schien. Ich habe Brüllaffengeschrei noch niemals sooo nahe gehört! Ich würde es als eine Mischung aus Hundekläffen, Jaguarfauchen, angereichert mit dem Lärm von schweren Maschinen und einem Zementmischer beschreiben. An Schlafen ist da nicht mehr zu denken. Weil wir nur eine Nacht dort verbrachten war ich sehr begeistert! Das ist wirklich eine tolle Erfahrung! Ich schlich mich raus um den Affen zu sehen, konnte ihn aber nirgends entdecken. Das Geräusch der Klospülung schien er nicht zu mögen, die Schreie entfernten sich. Er kam mehrmals zurück und jedes Mal suchte ich ihn zu erspähen und vertrieb ich ihn dann nach einer Weile mit der Klospülung.

Nur ca. 30 Kilometer entfernt von Yaxchilán liegen im Lacandonenwald die berühmten archläologischen Ausgrabungen von Bonampak. Die Lacandonen, eine kleine indigene Ethnie, hatten bis in die 1950ger Jahre noch kaum Kontakt zur restlichen Welt. Bekannt sind sie durch ihre weißen kittelartigen Kleider, die Männer tragen lange Haare. Jedenfalls ist das die Tradition. Ich hab keine Ahnung was sie trugen bevor weiße Stoffe hierherkamen. Der einzige Lacandone den wir trafen – der Fahrer des Taxi das uns zu den Pyramiden fuhr – hatte zwar lange Haare, aber Jeans und T-Shirt.


Bonampak ist sehr berühmt, weil es hier einige erstaunlich gut erhaltene Wandbilder der Maya aus der postklassischen Periode (ca. 600 bis 900 n.C.) gibt. Ich hatte die Wandmalereien schon öfter auf Fotos gesehen und sie mir viel größer vorgestellt. Doch die Kammern sind klein – deshalb aber nicht minder schön!



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Eine Antwort zu Mexiko/Chiapas – Yaxchilán und Bonampak – verwunschene Mayastädte im Lacandonenwald

  1. Susanne Meitz schreibt:

    Die Lacandonen hatten Gewänder aus weißer Rinde, deswegen sind sie bei weiß geblieben.

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