Argentinien- Cachi, Provinz Salta

Cachi, ein Dorf etwa dreieinhalb Stunden kurvenreiche Busfahrt von Salta entfernt in den Valles Calchaquíes gelegen war unser Ziel für 2 Tage. Bei Regenwetter brachen wir in Salta auf, durch dichten Nebel schraubte sich der Bus immer höher, bis wir die Wolken unter uns ließen und uns im schönsten Sonnenschein auf einer riesigen Hochebene Cachi näherten. In dieser Höhe wachsen die Cardones, Riesenkaktuse, aus deren Holz hier Fenster, Türen, Dächer, Schränke… eigentlich alles konstruiert wird! Aber sie wachsen seeeehr langsam, etwa 1 cm pro Jahr!!! Es ist verboten sie abzuholzen, erst wenn der Kaktus eines „natürlichen Todes“ stirbt darf das Holz verwendet werden.

Das Dorf Cachi ist sehr hübsch und malerisch auf etwa 2300 Höhenmetern gelegen, umgeben von hohen Bergen die man von weitem sieht. Wir waren fast die einzigen Touristen. Viel zu tun gibt es hier im Dorf selber nicht, aber umso mehr Natur rundherum! Seht selbst!

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Argentinien – Asado und Parilla

In Argentinien ist der Asado (Grillen von Fleisch) und die Parilla (Grillen von Fleisch, Chorizo, Blutwurst, Organen und Eingeweiden) sehr beliebt. Das Grillen ist eine männliche Tätigkeit. Mann muss wissen, welches Fleisch sich am besten eignet und wo man es kauft. Und natürlich muss man wissen WIE man die jeweiligen Stücke zu grillen hat! Asado und Parilla hat REIN GAR NICHTS damit zu tun, einfach eingelegte Grillsteaks oder Grillwürste auf den Rost zu schmeißen!!! Nein! Es ist eine mehrstündige und Erfahrung erfordernde Angelegenheit. Und es ist auf jeden Fall unvergleichlich VIEL leckerer! Pro Person rechnet man etwa ein halbes Kilo Fleisch! Aktuell oft weniger, denn aufgrund der Inflation ist das Fleisch viel teurer geworden…

Die Frauen sind für die Beilagen zuständig: Salate, Gemüse, Choclo (gekochte Maiskolben), Brot.

Das Grillen von Gemüse, Halloumikäse oder vegetarischen Sojawürsten u.ä. wird übrigens hier nicht zelebriert.

Überhaupt scheint für die meisten Argentinier ein rein vegetarisches Menü kein Essen zu sein, sondern eine Beilage! Wohingegen viele ohne Gemüse sehr wohl auskommen können.

Da meine Kenntnisse in der Fleischzubereitung sehr unvollkommen sind bin ich hier Hausfrauenmäßig auf jeden Fall nicht auf dem Stand.

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Argentinien – Familienleben in Salta

Mein Ziel ist Salta, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden Argentiniens. „Salta, la linda!“ sagt ausnahmslos jeder der hört, dass ich hier her fahre. Landesweit reicht der Ruf als schöne Stadt.

Ja, die Stadt auf 1200 Höhenmetern ist schön, mit einem kolonialen Zentrum, umgeben von bewaldeten Bergrücken. Außerdem hat die Provinz Salta eine spektakuläre Natur zu bieten, allein dafür lohnt eine Reise hierher!

Für mich jedoch ist der Grund meines Kommens in erster Linie ein anderer: hier werde ich Máximo treffen und seine Familie kennenlernen.

Salta empfängt mich mit einer dichten Wolkendecke, darunter Grün soweit das Auge reicht, ein voller Kontrast zur trockenen Landschaft die Mendoza umgibt.

Am Flughafen ein herzliches Willkommen, der Onkel erwartet mich: „Du wirst hier in Salta viele freundliche Menschen treffen!“ So ist es; ich bin das erste Mal hier und kenne niemanden, aber so fühlt sich das gar nicht an! Die Familie ist zahlreich und überall wo ich hinkomme werde ich sofort eingemeindet.

Natürlich weiß ich nicht, wie andere Familien leben, aber ich wage mal zu behaupten, dass das (Groß)Familienleben hier einen äußerst hohen Stellenwert besitzt. Freunde… ja, die gibt’s wohl auch noch. Mir scheint jedoch; der Freundeskreis ist marginal, die Hauptkommunikation findet innerhalb des Familienclans statt. Jedenfalls erlebe ich es in dieser Familie so.

Máximo ist seit mehreren Jahren das erste Mal wieder da und er bleibt nur drei Wochen. In diesen drei Wochen habe ich mehr Eindrücke zu verarbeiten als im letzten halben Jahr zusammen genommen. Wir werden überall eingeladen, bei diversen legendären asados (Grillessen) werden viertel Kühe verspeist, musiziert, gesungen und getanzt. Wir machen mit Schwestern, Schwagern, Nichten, Neffen, Oma und Enkeln diverse Ausflüge und Kurzreisen in die beeindruckende Bergwelt der Anden.

Ständig kommt jemand vorbei zum Mate trinken oder schwatzen, alle reden gleichzeitig und vermutlich deshalb laut, so dass ich oft nur die Hälfte oder missverstehe, abgesehen davon was mir alles völlig entgeht. Wenn ich mit einer Person allein rede klappt es gut, obwohl der Akzent hier ein anderer ist als in Mexiko, viel schneller gesprochen wird und auch viele Worte ganz anders sind.

Die drei Wochen vergehen wie im Flug. Schon ist Máximo wieder abgereist! Ich bleibe noch, um einige Ausflüge in die magische Welt der vielfarbigen Berge mit mehr Zeit zu wiederholen. Eine solch phantastische Landschaft habe ich vorher noch nie gesehen, das muss ich einfach länger genießen.

Nach Máximos Abreise kehrt – relative – Ruhe ein. Aber nicht wirklich; schließlich ist dies eine argentinische Familie! 😉

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Argentinien – Ausflug in die Anden

Bei einem Ausflug in die Kordilleren erlebte ich eine der eindrucksvollsten Landschaften die ich jemals gesehen habe! Die Straße von Mendoza nach Santiago de Chile führt durch die Anden. Auf der Fahrt änderte sich ständig das Licht und damit die Farben der Berge. Je höher wir kamen desto mehr bewölkte es sich, bis es schließlich zu schneien begann. Die ehemalige Grenzübergang zu Chile liegt auf 3882m, jetzt gibt es einen Tunnel und die jeweiligen Grenzstationen liegen jeweils davor und dahinter.

Wir sahen ein interessantes Naturschauspiel: den Zonda. Wenn warme Luftschichten auf die Anden stoßen, an ihnen emporsteigen, sich oben abkühlen und auf der anderen Seite der Gebirgskette wieder herunterkommen entsteht ein starker Wind, der den Staub empor wirbelt, so dass er in jede Ritze dringt. Der Zonda hat starke Auswirkungen auf die Befindlichkeit, besonders für Personen mit Herz- Kreislauf- Problemen. Bei Zonda werden in Schulen und Unis die Prüfungen verschoben, weil die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt ist. Ich habe von diesem Effekt nichts gespürt. Aber schließlich bin ich auch im Urlaub!

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Argentinien – Maipu – en vino veritas

Mendoza ist eines der bekanntesten Weinanbaugebiete Argentiniens. Ich erwartete irgendwie automatisch WeinBERGE! Aber da wo die Berge beginnen ist alles steinig, die Weinfelder und Olivenhaine liegen noch im Flachland, gleich hinter der Stadtgrenze. Mit einer Porteña und einem jungen Mann aus Cordoba hatte ich einen höchst vergnüglichen weinseeligen Tag an dem sich von Bodega zu Bodega mehr und mehr die Zungen lösten. Wir schieden als gute Freunde und gründeten eine watsapp-Gruppe!

Am nächsten Tag, einem Montag, beschloss ich mit einer Schweizerin und einer Koreanerin, eine Radtour durch die Weinfelder zu machen, der Schwerpunkt sollte dabei mehr auf dem Radfahren als auf dem Weintrinken liegen. Aus der gemütlichen Landfahrt wurde jedoch nichts, da auf der Landstraße ein Truck nach dem anderen in gefährlich nahem Abstand an uns vorbei brauste. Wir beschlossen, uns in die Bodegas zu flüchten. Es stellte sich heraus, dass die Koreanerin, eine Frau meines Alters, in ihrem Leben erst ein einziges Mal Wein gekostet hatte. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie dem Trank der Götter nichts abgewinnen konnte, probierte aber dennoch tapfer weiter. Wir hatten viel Spaß mit ihr, wenngleich wir uns sorgten, ob sie heil wieder zurück kommen würde. Es ging jedoch alles gut!

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Argentinien – Mendoza – grüne Oase am Fuße de Kordilleren

Mendoza liegt in 700m Höhe auf einem Hochplateau, so flach wie ein Tisch, am Fuße der Kordilleren. Die Stadt ist eine grüne Oase inmitten einer extrem trockenen Landschaft, umgeben von Weinfeldern und Olivenhainen. Mendoza ist eines der bekanntesten Weinanbaugebiete Argentiniens.

Ich glaube, ich habe noch NIE eine Stadt mit so vielen Bäumen gesehen!  Aber wie ist das möglich in diesem wüstenartigen Klima? Die gesamte Stadt, inklusive eines riesigen Parks wird von einem offenen Kanalsystem längs der Straßen durchzogen, durch das mittels kleiner Schleusen das Wasser in diejenigen Kanäle geleitet wird in denen es gebraucht wird um die Bäume zu bewässern. Die Straßen in Mendoza sind schöne Alleen, bis in die Vororte gibt es kaum Straßen die nicht von Bäumen überschattet sind. Jetzt zu Herbstbeginn ist es immer noch schön warm, jedoch im Sommer herrschen Temperaturen um die 40 Grad. Die meist aus Europa eingewanderten Vorfahren übernahmen die von den Incas entwickelte Idee der Bewässerungskanäle und pflanzten Bäume, hauptsächlich Platanen, so erklärten mir die Leute die ich befragte.

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Argentinien – Zu Besuch in Buenos Aires

Nach über 10 Jahren bin ich zum zweiten mal in Buenos Aires, gespannt was ich wiedererkenne und was sich verändert hat. Ich besuche hier Pablo und Estefania die ich aus México kenne, denn sie hatten vor 4 Jahren mit Emma und mir ihr Kind im Hogar bekommen. Gaspar, ihr Sohn, behauptet er kennt mich noch und natürlich erinnert er sich an alles!
Die Freunde wohnen in einem Vorort, eine über einstündige Reise mit Bus, U-Bahn und Zug von Zentrum entfernt.
Plötzlich wieder in einer Großstadt… Ich merke, dass mich das gar nicht besonders begeistert und bin ganz zufrieden, dass Estefania und Pablo so weit draußen wohnen. Hier gibt es kleine Häuser und viel grün. Allerdings wurden in den letzten 5 Jahren auch „schicke“ geschlossene Beton-Wohnparks und zwei moderne Einkaufszentren gebaut. Notgedrungen muss ich diese Zone aufsuchen da sich hier die einzigen Geldautomaten befinden. Die sind aber alle leer. Nach mehreren vergeblichen Versuchen komme ich endlich zu meinen Pesos. Mehr als 120 Euro kann man nicht abheben, dafür wollen sie 6 Euro Gebühren. Der Einkauf im kleinen Supermarkt ist teurer als bei REWE. Stefanie erzählt mir, dass die Preise beständig und langsam steigen, die Inflation ist in vollem Gange. Ein Beispiel: für eine Fahrkarte die vor zwei Jahren noch 2 1/2 Pesos kostete muss man jetzt 12 Pesos zahlen. Vor allen steigen aber auch die Preise der Grundnahrungsmittel. „Aber wie kommt ihr dann klar?“ „Naja, wir kaufen weniger zu essen…“
Pablo und Estefania waren viele Jahre in ganz Lateinamerika unterwegs und arbeiten als Artisten. Ihre Akrobatik ist eingebettet in kleine Theaterstücke die sie selbst schreiben und als Clowns aufführen, hauptsächlich auf der Straße, auf Märkten und Festivals, manchmal haben sie Engagements in kleinen Theatern oder auf Festen. Sie leben sehr einfach.

Ich habe auch mit mehreren Leuten auf der Straße gesprochen; fliegenden Händlern, Kellnern die Touristen vor den Restaurants ansprechen, der Oma die Matetee verkauft und einem täuschend echt aussehenden Maradona Double der mit Trikot und Fußball versucht, Touristen ein Foto mit ihm für 100 Peso (4 Euro) zu verkaufen. Alle sind am Limit und bestätigen, dass die Lebenssituation sich beständig verschlechtert! Andererseits hat man wenn man durch Buenos Aires spaziert den Eindruck, dass es jede Menge Leute gibt, die sehr viel Geld ausgeben – denn alles ist teuer.

2 Tage war ich auf Besuch bei der Freundin eines Freundes, die ich in Berlin schon kennengelernt hatte. Sie hat schon lange eine sehr schöne Eigentumswohnung in Boedo, grade dort wo ich vor 10 Jahren wohnte. Der Kaufpreis von damals hat sich seitdem vervielfacht. Sie meinte, das Leben in Buenos Aires ist teurer als in Berlin. Das ist auch mein Eindruck.

Obwohl ich es nicht tiefschürfend untersuchen will; ich bin sicher, BA erfüllt mit Sicherheit alle Aspekte einer wahren Metropole.
Massen an Menschen, elegant und leger gekleidete. Der vorherrschende Stil ist ein gewollt schlampiger Schick, cool eben. Mit meinen abgeschnittenen alten Jeans muss ich mir jedoch keinen Kopf machen, denn es gibt genug abgerissene Leute. Hier kann jeder in seinem Kostüm herumlaufen, ähnlich wie in Berlin. Mit Frohlocken habe ich bemerkt, dass die Plateauschuhe wieder „in“ sind. Hahaha, ich hab die Lieblingssandalen seit 15 Jahren und war ständig völlig daneben, jetzt werde ich also ungewollt hochmodisches Schuhwerk tragen wenn ich wieder in Berlin bin. Ich gehe mal von aus, dass die „Mode“ weltweit ist, so wie Coca Cola oder Starbrucks.

Die Vielfalt an Lebensformen der Argentinier in Buenos Aires ist, glaube ich, größer als unter den Deutschen in Berlin, so wie sicherlich in all den lateinamerikanischen Ländern die Spanne zwischen arm und reich viel weiter ist. Für mich macht auch dies den Begriff „Metropole“ aus. Berlin erscheint mir gerade, abgesehen mal von der „popligen“ Einwohnerzahl, eine Kulturinsel auf der mehr oder weniger alle (Deutschen! – Hartz 4 hin oder her) auf der gleichen Welle schwimmen.

Buenos Aires hat knapp 15 Millionen Einwohner, damit ist es immer noch erheblich kleiner als Mexiko City mit 25 Millionen. Der Verkehr ist enorm und der Grundlärmpegel erheblich. An hässlichen Plattenbauhochhäusern kleben kleine Häuschen mit schöner oft etwas abgeblätterter Stuckfassade. Es gibt viele Bäume. Ich hatte die Stadt ziemlich hässlich in Erinnerung, hat sich in den letzten 10 Jahren so viel verändert? Mag sein mein Blick ist ein anderer, nachdem ich doch nun schon einige lateinamerikanische Städte kennengelernt habe 😉 Es gefällt mir hier ziemlich gut! Die Orientierung ist sehr einfach, es gibt überall Straßenschilder! Die sehen neu aus. Das U-Bahn-Netz ist noch nicht größer geworden, längere Distanzen muss man oft mit dem Bus zurücklegen, das dauert dann ewig. Die Straßen sind kilometerlang, die Hausnummern gehen in die tausende. Ich glaube die längste Straße ist etwa 50 Kilometer lang. Es ist natürlich sehr vorteilhaft, dass ich spanisch spreche und fragen kann um die Haltepunkte und den richtigen Bus herauszufinden, denn es gibt diverse Linien und keine Fahrpläne, in den Vororten oft auch keine gekennzeichneten Haltestellen.

Überall gibt es kleine Cafés und Konditoreien mit richtig leckerem Gebäck. Argentinisches Steak habe ich noch nicht gegessen, aber dafür viele Empanadas!! Aufs Gewicht muss man hier wohl aufpassen …

Mir gefällt es sehr, in Buenos Aires auf Besuch zu sein. Dennoch; leben möchte ich hier nicht…


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