Argentinien – Mitten in der Pampa

Ein in Berlin lebender Freund von Máximo stammt aus der Nähe von Abra Pampa, einem mitten in der Puna gelegenen Ort, etwa 70 Kilometer von der Grenze zu Bolivien entfernt. Etwa 9500 Menschen wohnen hier.

Ich fuhr hin um seine Verwandten zu besuchen. Mit Cristina, einer Frau meines Alters, verstand ich mich sofort. Zusammen gingen wir auf den Markt, zum Metzger und ich lernte, wie man Guiso (traditioneller Linseneintopf) kocht, während wir uns über Gott, die Welt und Verhütungsfragen unterhielten. Als Mutter von 9 erwachsenen Kindern bedauerte sie, seinerzeit darüber keinerlei Informationen gehabt zu haben. Wie gut ist es doch, dass die jungen Leute heutzutage den Kindersegen begrenzen können, meinte sie.

Mit ihrem Mann und der jüngsten Tochter fuhren wir nachmittags in die Puna hinaus.

Die Puna ist eine Hochebene, mit typischer Gras-Vegetation bedeckt. Aufgrund der Höhe (3484 über dem Meeresspiegel) herrscht ein kaltes Wüstenklima mit sehr häufigen Nachtfrösten und wechselhaften, insgesamt geringen Niederschlägen. (Nachts hatte es 12 Grad Minus und trotz der intensiven Höhensonne war das Wasser in den Trinknäpfen der Hühner im Hof noch am Nachmittag gefroren.)

Die ganze Puna ist sozusagen parzelliert; das Stück Land der Familie liegt etwa 20 Kilometer entfernt, dorthin fuhren wir, um die Schweine zu füttern.

Die Fahrt war ein tolles Erlebnis für mich! In der Puna weiden Lamas und auch Vikunjas habe ich endlich aus einigermaßen geringer Entfernung gesehen. Vikunjas sind eine Mini-Kamel-Art, vom Aussehen her den Lamas ähnlich, aber kleiner und mit weniger, ausschließlich Zimtfarbener Wolle. Sie leben wild und sind im Gegensatz zu den neugierigen Lamas sehr scheu. Ich habe gelesen, dass Vikunjawolle so fein wie Seide ist und dass ein Pullover über 2000 Euro kostet.

Außerdem fuhren wir zum nahen Cerro Huancar, eine riesige Sanddüne, auf der tatsächlich mit einer Art Snowboard Leute herunterfahren!

Es war so nett und herzlich! Wir verbrachten einen sehr vergnüglichen Tag zusammen.

 

 

 

 

 

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Argentinien – Abschiedsasado in Salta

Abschiedsasado in Salta

Nach fast zwei Monaten stand mein Abschied von Máximos Familie bevor – ich habe keinen flüchtigen Moment überlegt wie der zu begehen sei! Natürlich mit einem ordentlichen Asado – Grill! Wir waren knapp über 20 Leute und haben unglaubliche 15 kg Fleisch, Chorizo und Blutwürste vertilgt! Dazu gab es jede Menge Salate und als Nachtisch Kuchen, Tiramisu und Torte! So war es für alle ein sehr schöner Tag, abgesehen vom Anlass des Abschiedes…

Jetzt habe ich nicht nur in Mexiko „meine Leute“ sondern auch hier in Argentinien bleibt ein Stück meines Herzens…

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Argentinien – Winterliches Juniwetter

Nach meiner Reise in der Provinz Jujuy kam ich nochmal für 10 Tage nach Salta zu Máximos Familie zurück. Dort brach plötzlich der Herbst mit winterlichen Temperaturen über uns herein. „Plötzlich“, weil jedermann ignoriert hatte, dass hier Jahreszeitlich gesehen schon seit Wochen Herbst ist! Ganz Argentinien wird von dieser Kältewelle beherrscht, in den Nachrichten gab es fast kein anderes Thema mehr als die Kälte und das Schneechaos in vielen Provinzen.

Meine Stimmungslage wird entscheidend davon beeinflusst, ob ich die Sonne sehe. Aber nicht nur meine; es gab hintereinander weg ein paar wolkige kalte Tage und ich konnte beobachten, dass die Argentinier dann genauso gedrückt durch die Gegend latschen und sich pausenlos über das schlechte Wetter beschweren wie die Leute in jeder deutschen Stadt bei grauem Novemberwetter. Wobei man sich hier in Mantel und Mütze in der Wohnung bewegt und trotzdem immer noch den Hintern abfriert, denn Heizung im Haus ist unüblich. Mit zwei Pullovern und Winterjacke bekleidet schlief ich im Schlafsack und mit zwei Decken, wie in guten alten Zeiten in meinem Häuschen in Mexiko…

Die Leute, die auf der Straße arbeiten und dort ihre Sachen verkaufen, taten mir echt leid…

Kalt ist es immer noch, aber mittlerweile kam die Sonne wieder durch, jedenfalls zeitweise und da steigt dann die Stimmung und man sieht wieder recht viele Leute auf der Straße.

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Argentinien – Cafayate, Provinz Salta

Ein mehrtägiger Familienausflug führte uns nach Cafayate. Von Salta aus eine 190 Kilometer lange Fahrt, die je länger man unterwegs ist je schöner wird, denn man durchquert die Schlucht Quebrada de las Conchas, die Bergblick-mäßig einige Höhepunkte zu bieten hat! Schließlich mündet die Quebrada in eine Hochebene auf knapp 1700m, auf der fast immer die Sonne scheint! Hier liegt das schöne Städtchen Cafayate inmitten einer der berühmtesten Weingegenden Argentiniens.

Man kann sicherlich eine Menge Zeit mit wunderbaren Wanderungen in der Quebrada de las Conchas verbringen, wir blieben immerhin vier Tage. Definitiv ist Cafayate eine weitere und längere Reise wert!

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Argentinien – Müllkörbe

Worüber ich immer schon mal schreiben wollte: die Müllkörbe vor jedem Haus!

Wenn in mexikanischen Städten die Müllabfuhr vorbeikommt, rennt immer ein Mann voran, der kräftig die Glocke schwenkt, damit alle im Viertel wissen, dass ihr Müll jetzt abgeholt wird. Das, weil jedes Haus abgeschlossen ist und natürlich keine Mülltonnen auf der Straße stehen. Die Müllsäcke können nicht vors Haus gestellt werden, weil die Straßenhunde sie sonst zerfleddern.

In Argentinien steht vor jedem Haus ein Müllkorb, der – damit die Hunde nicht herankommen – auf einer recht langen Stange tront. (In Costa Rica ist es genauso.) Da hinein tut man früh die zugebundenen Mülltüten. Täglich kommt die Müllabfuhr vorbei und leert die Körbe. Jeder Müllkorb ist einzigartig und manche sind richtig originell!

 

 

 

 

 

 

 

 

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Argentinien – Jujuy – Salinas Grandes

Der Ausflug zu einer 212 km² großen Salzwüste, den „Salinas Grandes“, die 3450m über dem Meeresspiegel liegt war ein besonderes Erlebnis.

Die etwa 30cm dicke Salzschicht wird abgebaut, aber es bleibt immer noch genug übrig: Weiß soweit das Auge reicht. Sieht aus wie Schnee, ist aber Salz, ich habe gekostet! Ich war völlig geblendet vom gleißenden Licht. Schlittern ist unmöglich, Salz ist stumpf!

Erstaunlich fand ich, dass hier ganze Häuschen aus Salz gebaut wurden, ebenso Tische, Bänke und kleine Andenken, bis hin zu Aschenbecher!

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Argentinien – Andenkartoffeln

Ich hatte schon oft gehört, dass es in den Andenländern Hunderte Sorten Kartoffeln gibt und war gespannt einige zu probieren!!

Hunderte habe ich nicht gefunden, aber doch genügend! Ich hätte viele gar nicht als Kartoffeln identifiziert, sondern eher als Wurzeln, ähnlich der vom Topinambur, der übrigens hier in Massen wächst, jedoch lediglich als lästiges Unkraut bewertet wird.

Die Andenkartoffeln die ich probierte hatten ganz unterschiedlichen Geschmack und Konsistenz. Einige fast wie die Kartoffeln die ich aus Deutschland kenne, süß oder ahnlich wie Yamswurzeln. Manche mehlig andere nicht. Ich hatte immer eine gute Mischung gekochter Kartoffeln als Proviant mit auf den Wanderungen, lecker!

Von einem Bauern der in Iruya seine Kartoffeln verkaufte erfuhr ich, dass der Geschmack nicht allein von der Sorte abhängt, sondern dieser sich bei einigen Kartoffeln verändert, wenn man sie ein paar Tage in die Sonne legt: dann werden sie süß.

Die Felder liegen in großer Höhe und an Berghängen! Sie sind meist nicht etwa gleich neben dem Haus gelegen, sondern erst nach einem langen Marsch zu erreichen. Eine Bäuerin erzählte mir, dass sie 15 Stunden zu Fuß über steile Pässe und in Höhen über 3000m hinaus unterwegs ist, um zu ihrem Feld zu gelangen!

Ich hatte immer zwischen etwas über einen bis knapp unter zwei Euro pro Kilo gezahlt. Ein Preis der mich wahrhaftig nachdenklich macht.

 

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