Mexiko City – Teotihuacan – Wiege der Götter

45 km von Mexiko City entfernt liegt eine der größten Tempelanlagen der Welt: Teotihuacan „die Stadt wo man zum Gott wird“ nannten die Azteken die seit 700 Jahren verlassene Ruinenstadt als sie 1320 hier ankamen. Sie glaubten, dass Riesen sie erbaut haben mussten und dass sie den Geburtsort ihrer Götter gefunden hätten.

Zwischen 100 und 650 n.C. soll die geheimnisvolle Stadt, von der man nicht weiß welches Volk sie erbaute und hier lebte, das kulturelle, wirtschaftliche und militärischen Zentrum Mesoamerikas gewesen sein. Mit etwa 200 000 Einwohnern war dies die größte Stadt des amerikanischen Kontinents und eine der größten der Welt. Ca. 750 n.C. wurde der Ort aus Gründen verlassen die wir auch nicht kennen.
Die größte der stufenförmigen Pyramiden, die Sonnenpyramide, ist 64 m hoch und fast quadratisch, mit einer Seitenlänge von 224m. Auf ihrer oberen Plattform stand früher ein mit Ornamenten reich verzierter Tempel.
Die Pyramiden sind ausgefüllt mit Erde, Lehm und Sand und befestigt mit einer dicken Schicht aus Kies-, Sand- und Kalkgemisch. Darüber wiederum befand sich eine rote Kalk-Sand Schale. Die heraus schauenden Steine sollten verhindern, dass die obersten Schichten sich ablösen. Ebenfalls dazu dienten die großen Treppenartigen Konstruktionen an den Seiten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dennoch die rote Farbschicht von der Witterung abgetragen.
Dass die Spanier nachdem sie die alten mexikanischen Kulturen unterworfen hatten, die meisten deren aus Hieroglyphen bestehenden schriftlichen Überlieferungen zerstörten, erschwerte in der Folge die Geschichtsforschung. Dennoch hatten schon in den letzten Jahrhunderten neugierige Geister hier gegraben. Systematische Forschungen begannen aber erst nach 1900. Umso erstaunlicher finde ich, wie viel man heutzutage über die diversen mesoamerikanischen Kulturen weiß – oder herausgefunden zu haben glaubt. Letztlich wird die Vergangenheit nicht ge- sondern er-funden, indem man alles aus heutiger Sicht und aus der Perspektive der Moderne interpretiert.
Obwohl ich gern archäologische Orte aufsuche muss ich zugeben, dass mich eher die Bauweise und die Wirkung der Pyramiden interessiert als die Kultur selbst.
Wir fuhren früh mit dem Bus los und kamen grade noch zeitig genug an, um nicht auf der Treppe der Sonnenpyramide in der Menschenschlange stehen zu müssen. Erbarmungslos knallt einem die Sonne auf den Schädel, Hüte und Capes sind die sinnvollsten Souvenirs und sicherlich die meist verkauften.

Es gibt den Mythos, dass oben ein besonders kräftiges Energiefeld herrsche und deshalb ist es Brauch auf der höchsten Plattform der Pyramide die Hände gen Himmel zu strecken um sich aufzuladen. Natürlich; wir machen auch mit, Yipiiiiyeh!

Auf die Mondpyramide, die ich vor einigen Jahren noch bestiegen hatte darf man inzwischen nicht mehr hoch.
Die Stadt ist sehr weitläufig, wir nahmen uns den ganzen Tag Zeit um in in Ruhe alles zu genießen. Dennoch schafften wir es nicht, alle Bauten zu besuchen. Das macht aber nichts, denn hierher kann man ruhig bei jedem Mexikobesuch kommen!

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Mexiko City – Abenteuer Metro

Das Liniennetz der Metro ist recht überschaubar und wird durch Schnellbusse komplettiert die sich auf reservierten Fahrspuren am Stau vorbei bewegen. Daneben gibt es natürlich noch Tausende Colectivos die sich auf festen, jedoch nirgendwo dokumentierten Routen durch die Stadt bewegen.

Die Metro ist die schnellste und preiswerteste Variante um größere Distanzen zu überwinden. Eine Fahrt kostet knapp 30 Cent. Am praktischsten ist es eine Chipkarte zu kaufen, die sich immer wieder aufladen lässt. Mit der Karte passiert man das Drehkreuz am Eingang und kann dann beliebig lange in alle Richtungen fahren.

Der öffentliche Raum vieler Metrostationen wird kaum zu Werbezwecken sondern viel mehr als Ausstellungsfläche für Gegenwartskunst genutzt.

Die Bahnsteige sind unterteilt in abwechselnde Ein- und Aussteigezonen an denen sich die Leute diszipliniert ordentlich aufstellen. Korrekt mit der Tür genau vorm Aussteigebereich hält die Bahn. So haben alle Platz auszusteigen und das Einsteigen danach geht schnell. Muss es auch, denn nach ein paar Sekunden ertönt ein Pfeifton und die Türen schließen sich automatisch, kein „Zurückbleiben bitte!“.

Jede Station hat ein eigenes Symbol, so können sich Analphabeten und Ortsfremde besser orientieren.

Auf dem Bahnsteig ist eine Zone für Frauen und Kinder unter 12 Jahren reserviert. Hintergrund ist, dass es in der vollgestopften Metro oft zu sexuellen Übergriffen kommt. Es gibt einen extra Ausdruck für das Reiben des männlichen Geschlechtsteils an Frauen im Gedränge! Überall sieht man Plakate: „Alle zusammen machen wir Schluss mit der Gewalt gegen Frauen!“ „Respektiere die Frauenbereiche!“ „Neun von zehn Frauen wurden letztes Jahr Opfer von Gewalt in den Transportmitteln!“

Luis erzählte, dass deshalb die Präsens des Sicherheitspersonals extrem verstärkt wurde. Es sind wirklich in jeder Metrostation Uniformierte zu sehen die auf Einhaltung der Regeln achten. Ich beobachtete wie ein vornehm aussehender älterer Herr der mit Zigarette die Treppe zur Metro runter ging von der Transportpolizei sofort raus befördert wurde. Obdachlose werden hier zum Schlafen nicht geduldet. Es ist viel Reinigungspersonal unterwegs und es stinkt nicht nach Pisse.

Obwohl auch dies verboten ist zwängen sich viele Verkäufer durch die Züge, um allen möglichen Kleinkram zu verkaufen; Haarspangen, Minikopfhörer, Halsbonbons und Kaugummis, selbst gebrannte CD´s mit angesagter Musik die zu Werbezwecken lautstark angespielt wird und vieles mehr. Die originellste Handelsware verkaufte eine junge Frau mit einem Neugeborenen im Tragetuch: zusammen-steckbare Dinosaurier aus Sperrholz.

Die Metros der neueren Linien sind sehr modern, es gibt klassische Musik im Zug und auf den Bahnhöfen.

Zu den Hauptverkehrszeiten drängen sich Menschenmassen in der Metro, besonders die Linie 3 ist Personen die unter mangelndem Körperkontakt leiden sehr zu empfehlen…

Ich fuhr täglich mit der Metro und hatte den Eindruck die einzige offensichtliche Fremde zu sein die sich hier in öffentlichen Transportmitteln fortbewegt.

Besonders interessant fand ich, dass viele Frauen sich in der vollgestopften Metro zu jeder Tageszeit ungeniert schminken. Ich selbst verfüge nicht mal über das dafür erforderliche Basiswissen und mir war gar nicht klar, dass so ein Schminkprozess derartig komplex und zeitraubend ist!

Da wird in aller Seelenruhe Make up, Rouge und Lidschatten aufgetragen, mit diversen Pasten, Pudern und Stiften Pickel und Augenringe abgedeckt und was weiß ich welche optischen Effekte erzeugt. Lippenkonturen werden korrigiert und mit Lippenstift ausgemalt. Ich staunte als eine Frau einen Löffel aus der Tasche kramte und sich damit die Wimperntusche von gestern herunter schabte, die Wimpern nach oben bog und dann neue Tusche auftrug. Offensichtlich eine verbreitete Technik, denn ich sah es danach öfter. So lange Strecken ich auch fuhr, ich habe es nie geschafft, eine Frau vor und nach getaner Arbeit zu sehen. Es scheint auch nicht peinlich zu sein mit halb fertiger Maskerade auszusteigen. Ich frage mich nur wo sie ihr Gesicht fertig stellen, denn auf der Straße sieht man so was nicht.

Leider kann man von solchen Szenen schwer Fotos machen, was ich wirklich sehr bedauere!



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Mexiko City – Lebendige Geschichte in öffentlichen Bibliotheken

In Mexiko haben viele öffentliche Einrichtungen in geschichtsträchtigen Gebäuden ihren Platz gefunden. Mir sind zum Beispiel mehrere Krankenhäuser in ehemaligen Klöstern aufgefallen und einige Bibliotheken, von denen ich hier zwei vorstelle:

In der 1970 eingeweihten „Biblioteca Miguel Lerda de Tejada“ ziert ein 2000 m² großes Wandgemälde, das unter anderem die Psychoanalyse und die sexuelle Revolution illustriert, die ehemalige Kapelle eines Klosters aus dem 18. Jahrhundert. Hier befinden sich Bibliografien aus Sozialwissenschaften und Geschichte sowie Originalzeitschriften aus den letzten 200 Jahren.

Zwischendurch war die Kapelle ein Theater gewesen in dem zum Beispiel der berühmte italienische Tenor Enrico Caruso gesungen hat.

In einer ehemaligen Tabakfabrik mit 4 sonnigen Höfen in denen früher die Tabakblätter getrocknet wurden befindet sich die „Biblioteca de México“. Bis ins 18. Jahrhundert waren hier etwa 7000 Arbeiter beschäftigt.

In einer fünfstündigen Führung kann man die 1946 eröffnete Bibliothek umfassend kennenlernen. Das habe ich nicht gemacht, aber eine gut informierte Bibliothekarin erzählte mir begeistert die wechselvolle Geschichte dieses Hauses, das auch als Hospital, Waisenhaus und Gefängnis genutzt wurde. Hier war José Morelos y Pavón, die herausragende Führungspersönlichkeit im Kampf um die Unabhängigkeit Mexikos, eingekerkert ehe er 1815 erschossen wurde. Ihm zu Ehren wurde vor dem Gebäude auf der Plaza de la Ciudadela ein Denkmal gesetzt, das eine völlig andere Ausstrahlung besitzt als sein Monument auf der Insel Janitzio im Pátzcuaro-See.

Die motivierte Bibliothekarin suchte mir ein paar riesige mit Kupferstichen illustrierte antiquarische Bücher über die mexikanische Geschichte heraus in denen ich ein paar Stunden in einem schönen Lesesaal stöbern durfte.

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„Alle Wege führen nach Rom“ – nach dem Weg fragen in Mexiko

Auf Reisen bleibt es einem trotz google maps nicht erspart nach dem Weg zu fragen. Zum Beispiel wenn man den Haltepunkt eines Colectivos in eine bestimmte Richtung sucht. Oder das nächste Lädchen um was Bestimmtes zu kaufen.

Eine Mexikanerin gab mir den Tipp mindestens drei Personen nach dem selben Weg zu fragen um dann unter Einbeziehung der meistgenannten Eckpunkte den eigenen Weg zu suchen. Denn sooft man auch fragt, die Angaben bleiben vage. Auf links oder rechts wird sich nicht festgelegt. „Da hinauf“ kann genauso gut „dort hinunter“ heißen.
„Dort weiter hinten“ ist meist eine Stelle außerhalb des Sichtfeldes, aber auch nicht immer. „Folge dem Weg“ ist schwer zu befolgen wenn der sich gabelt.
„4 Straßenecken und dann abbiegen“ ist öfter eine vage Schätzung, es können auch 6 Ecken oder eine beliebige Menge sein und dann ist noch nicht klar in welche Richtung abzubiegen ist.

Nach Straßennamen zu fragen wäre etwa so erfolgreich wie in einem Berliner Mietshaus nach den Namen der Nachbarn.
Am besten bewegt man sich fragender Weise von einer Straßenecke zur nächsten um die Richtung nicht zu verlieren. Je näher man dem Ziel kommt desto konkreter werden die Angaben und irgendwann ist man am Ziel „Guck, dort gleich hinter dem roten Wägelchen da ist es!“



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Mexiko City – Danzón – getanzte Eleganz an der Plaza de la Ciudadela

Samstags trifft sich die Danzón- Szene neben der Plaza de la Ciudadela nahe der Metrostation Balderas zum Tanz. Hier stimmt vom Scheitel bis zur Sohle alles! Mit gemessenen Schritten drehen sich Paare elegant auf der Tanzfläche. Es macht Spaß zuzuschauen.

Unter den passionierten Tänzern sind kaum junge Leute, aber etwas abseits übt die nächste Generation unter strenger Anleitung eines Tanzlehrers die Schritte.

Der Danzón ist ein Tanz mit englischen und französischen Wurzeln. Durch die Kolonisation gelangte die Musik und ihre dazugehörigen Tänze (z.B. das Menuett) nach Haiti. Schwarze Landarbeiter flohen Ende des 18. Jahrhunderts von Haiti nach Kuba und brachten ihre Musik mit. Von dort wiederum gelangte der Danzón durch die Übersiedlung vieler Kubaner nach Yucatan und Veracruz zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Mexiko.

In Kuba war der Danzón der privilegierten weißen Oberschicht vorbehalten und hat nach der Revolution immer mehr an Bedeutung verloren. Demgegenüber genießt er in Mexiko bis heute große Wertschätzung und wurde von mexikanischen Komponisten und Orchestern weiterentwickelt. Nach Mexiko City gelangte der Tanz in den 20ger Jahren des letzten Jahrhunderts. Was den Danzón in Mexiko so beliebt und sympathisch macht ist, dass die Tanzpartner im Tanz ihre Zugehörigkeit zu ihrer jeweiligen sozialen Klasse überwinden konnten.

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Mexico City/Ixtapalapa – Mit Farben und Licht gegen Gewalt

Im Stadtteil Ixtaplapa werden öfter Leute überfallen und ausgeraubt. Der Weg zur hier ansässigen Universität ist vor allem für Frauen unsicher.

Ende vergangenen Jahres wurden in diesem Viertel die meisten Häuserwände bemalt und eine helle Straßenbeleuchtung installiert.

Ich habe in verschieden Orten beobachtet, dass gerade in ärmeren oder als gefährlich geltenden Stadtteilen ganz gezielt Wandmalereien als Mittel gegen Gewalt angebracht werden.

Der „Muralismo“ – die öffentliche Wandmalerei – hat in Mexiko Tradition und eine besondere Bedeutung. Mit dem Muralismo begann die mexikanische Moderne. Die sozial und politisch engagierte Wandmalerei geht auf die Mexikanische Revolution zurück und ist in der Welt bekannt geworden. Zumindest kennt wohl jeder die Murales von Diego Rivera.

Die heutigen Wandmalereien haben meist nicht so eindeutige politische Aussagekraft und ich weiß nicht, ob dadurch wirklich Gewalt reduziert werden kann. Auf jeden Fall üben die Murales auf mich persönlich eine sehr freudige Wirkung aus.

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Mexiko City/Besuch in der Universität Autonoma Mesoamericana – Ixtapalapa

Luis, der Sohn meiner Freundin Mary, studiert seit einem Jahr an der UAM (Universidad Automoma Mesoamericana). Ich besuchte ihn um die Uni zu besichtigen die an der Peripherie der Stadt im Stadtteil Ixtapalapa liegt.

Vom Zentrum fuhr ich etwa eine dreiviertel Stunde mit der Metro hin und lief die knapp 2 Kilometer durch das Viertel. Auf dem Weg kamen mir ständig junge Leute entgegen. An jeder Ecke gibt es kleine Cafés und preiswerte Restaurants in dem Studenten saßen. Die meisten der niedrigen Häuser sind mit Wandbildern bemalt, alles wirkt sehr alternativ und macht einen freundlichen Eindruck. Ich war angenehm überrascht, hatte ich doch gehört, dass dies ein recht gefährliches Pflaster sei. Luis erzählte mir dann, dass die Wandbilder erst seit knapp 2 Monaten die Häuser verzieren und auch die Straßenbeleuchtung jüngeren Datums ist. Beides wurde angebracht, um die Kriminalität zu minimieren, nach ewigen Protesten von Studenten und Professoren, denn es gab besonders auf Frauen viele Raubüberfälle in diesem Viertel. Nachdem ein Professor der UAM in Oaxaca verschleppt und später ermordet aufgefunden wurde reagierte die Stadtverwaltung endlich.

Ich betrat den Campus, fühlte mich sofort in meine ferne Studizeit versetzt und hätte mich am liebsten gleich eingeschrieben…

Die UAM wurde 1974 gegründet und ist wie der Name schon sagt eine autonome Einrichtung, die aber staatliche Förderung erfährt. Was bedeutet dann autonom? Luis erklärte mir, dass das Curriculum nicht vom staatlicher Seite vorgeschrieben wird – jedenfalls theoretisch nicht… Die UAM hat außer in Ixtapalapa 2 weitere Standorte in Mexiko City und einen im Umland. Dies, so sagte Luis, war zu Zeiten der Gründung mit Absicht so gewählt, um die studentischen Aktivitäten zu kontrollieren und Studentenrevolten zu vermeiden.

Insgesamt hat die UAM 50.000 Studenten und bietet 27 verschiedene Studienrichtungen an. Hier in Ixtapalapa gibt es drei Hauptzweige: Ingenieurwissenschaften, Biologie und Sozialwissenschaften mit 10.000 Studenten.

Studenten mit geringen finanziellen Mitteln erhalten bescheidene Stipendien, die jährlich in einem aufwendigen Prozess neu beantragt werden müssen. Für die betreffenden Studenten sind die Einschreibegebühren ermäßigt und auch die Preise in der Mensa. Luis hat ein solches Stipendium bekommen.

Wir spazierten durch das Gelände. In ein paar Hörsäle und die Bibliothek konnten wir rein gucken, die Seminarräume und Labore waren besetzt. Man fühlt sich tatsächlich in die 70ger Jahre versetzt.

Unglücklicherweise ist genau das große Gebäude in denen die Labors untergebracht waren beim letzten Erdbeben vor 2 Jahren in einen baufälligen Zustand versetzt und bis heute nicht wieder instand gesetzt worden. Ob der Staat keine finanziellen Mittel bereitgestellt hat oder ob Gelder in privaten Taschen verschwunden sind sei dahingestellt! Die Biologiestudenten drängen sich seitdem in klitzekleinen Labors in zwei winzigen Baracken.

Was mich erstaunt hat ist, dass es eine Akupunkturklinik auf dem Gelände gibt und auch eine Zahnklinik und eine ärztliche Notfallsprechstunde. Hier kann sich jeder Student kostenlos behandeln lassen und muss nur die Materialkosten bezahlen.

Auch gibt es auf dem Campus viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung: Fitnessstudio, diverse Möglichkeiten Sport zu treiben, Tanz-, Theater- und Malkurse, Seminare zu den verschiedensten akademischen Themen, psychologische und emotionale Unterstützung, Kurse zu Themen rund um Sexualität.

Insgesamt mochte ich die Atmosphäre, die Studenten machen auf mich nicht den Eindruck von privilegierten Schnöseln, sondern wirken eher wie alternative Szene. Welch Kontrast zu Chiapas, wo es an den Schulen und Unis furchtbar reglementiert zugeht, bis zu Kleiderordnung und Haarschnitt!! Ich freue mich sehr, dass Luis hier anderes Leben und Leute kennenlernt als die piefige Enge der Provinz!

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